Mittwoch, 30.11.2022 17:27 Uhr

Federleichtes Marketing _ Mozart beim Hochadel (RMF)

Verantwortlicher Autor: Michael Scheuermann Wiesbaden, 02.08.2022, 19:06 Uhr
Presse-Ressort von: Michael Scheuermann Bericht 5381x gelesen

Wiesbaden [ENA] Die Mozart-Nächte gehören zu den traditionsreichsten Veranstaltungsformaten des Rheingau Musik Festivals (RMF) – und eines der deutschlandweit beliebtesten. Das Konzept: Serenaden, Solokonzerte oder Sinfonien im Kreuzgang umrahmen Kammermusiken in unterschiedlichen Räumlichkeiten der umfänglichen Klosteranlage mit der Basilika als klösterliches Herzstück. Neben den Kammermusiken sind es in diesem Jahr zwei Sinfonien,

die „Sinfonie Nr. 33 B-Dur KV 319“, und die „Sinfonie Nr. 34 C-Dur KV 338“, die in diesem Jahr die ausverkauften Konzerte der beiden Mozart-Nächte ausfüllen. Die „Sinfonie Nr. 33 B-Dur KV 319“ komponierte Wolfgang Amadeus Mozart 1779 in Salzburg. Nach der Alten Mozart-Ausgabe trägt die Sinfonie die Nummer 33. Das Autograph der Sinfonie ist datiert vom 9. Juli 1779 und in Salzburg entstanden. Mozart hatte gemäß dem Salzburger Geschmack entsprechend ursprünglich nur drei Sätze vorgesehen und komponierte später (die Angaben schwanken zwischen 1782 und 1785) ein Menuett für Aufführungen in Wien nach. Im Jahr 1785 gab Mozart das Werk zusammen mit der auf vier Sätze gekürzten Sinfonie (ursprünglich Serenade) KV 385 in Druck.

damit ist KV 319 eine der wenigen Sinfonien, die zu Mozarts Lebzeiten veröffentlicht wurden. Dies hielt Mozart aber nicht davon ab, das Werk ein Jahr später zusammen mit den Sinfonien KV 338, KV 385 und KV 425 dem Fürsten Fürstenberg in Donaueschingen anzubieten – im Brief vom 8. August 1786: „Da S(eine): D(urchlaucht): ein Orchestre besitzen, so könnten Hochdieselben eigenst nur für ihren Hof allein von mir gesetzte Stücke besizen, welches nach meiner geringen Einsicht sehr angenehm seyn würde.“ Musikhistoriker haben einmal mehr diesen diskreten Marketing-Wink des Meisters aufgegriffen: In der Tat habe die Sinfonie trotz der Beschränkung auf ein „kleines“ Orchester eine Fülle von Klangfarben freigesetzt.

und hat insgesamt einen „fast schon kammermusikalischen“, „spielerischen“ Charakter bzw. „etwas Federleichtes“. Möglicherweise wollte Mozart mit dem Hinweis auf die kleine Orchester-Besetzung des Werkes auch für Adlige attraktiv machen, die sich große Orchester nicht leisten konnten. Die „Sinfonie Nr. 34 C-Dur KV 338“ wurde laut Mozarts eigenhändigem Eintrag auf dem Partiturautograph am 29. August 1780 vollendet. Es war das letzte symphonische Werk, welches er in Salzburg komponierte, bevor er sich 1781 in Wien niederließ. Über die genaue Entstehungsgeschichte und die verbrieften Aufführungen ist nichts bekannt.

Das Autograph der Sinfonie KV 319 ist datiert vom 9. Juli 1779 und ist in Salzburg entstanden. Mozart hatte gemäß dem Salzburger Geschmack ursprünglich nur drei Sätze vorgesehen und komponierte später (die Angaben schwanken zwischen 1782 und 1785) ein Menuett für Aufführungen in Wien nach. Das Werk ist dreisätzig angelegt, der Anfang eines Menuett-Satzes, der unmittelbar auf den ersten Satz folgen sollte, wurde im Autograph durchgestrichen und die Fortsetzung offenbar herausgetrennt. Lange Zeit nahm man an, dass Mozart sein 1782 komponiertes Menuett KV 409 in die Symphonie integrieren wollte. Obwohl die Sinfonie KV 338 nicht zu den „großen“ Sinfonien gehört, steht sie ihnen in ihrer geistreichen Erfindung und meisterhaften Gestaltungskunst

in nichts nach. Dem festlichen Eingangssatz folgt ein lyrisches Andante (in welchem als Besonderheit die Bratschen durchweg zweigeteilt spielen), bevor das Werk mit einem äußerst schnellen und virtuosen Finale schließt. Zwei – ausverkaufte - Mozart-Nächte finden in diesem Jahr im Kloster Eberbach statt: am Samstag, den 6.8.2022, am 18.00 Uhr am Sonntag, den 7.8.2022, am 18.00 Uhr Karten- und Infotelefon 0 67 23 / 60 21 70

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